Einbau eines Aufzuges in ein denkmalgeschütztes Treppenhaus

in Zusammenarbeit mit Olaf Nicolai

Das um 1910 errichtete Jugendstilgebäude besitzt ein außergewöhnlich gut erhaltenes Treppenhaus mit Eichenbalustern, profilierten Handläufen und historischen Wandfliesen. Als Einzeldenkmal stellt es hohe Anforderungen an bauliche Eingriffe.

Der neue Personenaufzug wurde in das bestehende Treppenauge integriert und präzise in die historische Struktur eingebettet. Ergänzt wird er durch einen ebenerdigen Zugang, der sich bewusst vom repräsentativen Haupttreppenhaus absetzt. Niedrige Raumhöhen, rampenartige Führung und rohe Oberflächen bilden eine ruhige Raumsequenz, die Zugang und interne Logistikzone zugleich ist.
Die Gestaltung folgt dem Prinzip der Zurückhaltung. Grau gehaltene Flächen bilden einen neutralen Hintergrund. Die neu eingefügten Eichenbauteile nehmen dabei als einziges materielles Zitat die Materialität des historischen Treppenhauses in zurückhaltender Weise auf.

Im Vorraum des Untergeschosses tritt der Aufzug als eigenständiges architektonisches Element hervor. Bezugnehmend auf den historischen Bestand der Fliesen des Treppenhauses und deren Farbvarianten entwickelte Olaf Nicolai ein Farbkonzept, das in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Studio Nitsche auf die Konstruktion des Fahrstuhls übertragen wurde und so nun einen ‚farbigen‘ Dialog im Treppenhaus im doppelten Sinne erfahrbar werden lässt.

Der Aufzug fungiert als räumlicher Vermittler zwischen Bestand und Intervention und verbindet die Geschosse ebenso wie die unterschiedlichen Atmosphären des Hauses.  
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TypUmbau und Sanierung

Jahr2023–2025

Leistungsphasen1-8

StandortMünchen

TeamNico Goebel, Philipp Nitsche, Daphne Schorn

FotosAnton Scherer

Pläne